UPDATE für 2014
Wir treffen uns in neuer Struktur und laden zu jeweils regelmässigen unregelmässigen ;) Terminen ein, meist am Wochenende. Diese Treffen haben dann auch mehr als zwei Stunden Zeit, bis zu vier Stunden planen wir ein und alle die da sind können soviel Zeit nutzen, wie wir an dem Tag wollen. Mit mehr Zeit also und auch einem kleinen Fokuswechsel: vom Grenzen setzen und verteidigen zum Empowerment und den Fragen: Wie sieht er denn aus, der verteidigte Platz? Wie fühlt es sich an, sicher zu sein, und wie stellen wir das her? Allein und kollektiv? Wir freuen uns auf regen Austausch.

Zeit und Ort: siehe home für aktuelle Termine und Orte!
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Kontakt: bodiesthatmatter[at]riseup[dot]net

Bloß nicht den Kopf verlieren – Grenzen setzen und sich verteidigen

Unerwünschtes Anmachen, Beleidigungen, Angrapschen, Gewalt: Grenzüberschreitungen und bedrohliche Situationen sind für viele Menschen nichts Unbekanntes und teilweise tägliche Konfrontation. Selbstverteidigungstechniken und Rollenspiele, der Zugang zur eigenen Wut, die Stärke der eigenen Stimme und des eigenen Körpers zu spüren, waren und sind für viele Menschen wertvolle Schritte sich sicherer und selbstbewusster zu fühlen.

Dabei geht es immer wieder auch darum eigene Grenzen zu kennen, ihre Überschreitung wahrzunehmen und sie überlegt zu verteidigen. Aber auch darum, die eigene Sicherheit einzuschätzen und entsprechend zu reagieren.

In persönlichen oder beruflichen Situationen können laute Wut und Selbstverteidigungstechniken fehl am Platz sein. Wer will schon der Freundin gegen das Knie treten oder seiner Chefin einen Wutschwall über den Schreibtisch schicken? Dennoch werden auch in diesen Beziehungen Grenzen verletzt, die viel zu oft gar nicht wahrgenommen werden. Wie damit umgehen?

Ich habe einige Selbstverteidigungskurse belegt und war fasziniert, wie groß das Redebedürfnis während der Rollenspiele war, besonders zum Thema Grenzen kennen, wahrnehmen und verteidigen. In den Kursen gab es oft zu wenig Platz zum Reden und Austauschen, der Fokus war verständlicherweise die Techniken.

Ich möchte mit einer offenen Gruppe genau diesen Platz schaffen. Ohne zu pädagogisieren möchte ein Raum entstehen, in dem Erfahrungen zugehört und erzählt, Reaktionen diskutiert und Fragen angegangen werden können. Eine bewusste Auseinandersetzung kann die Präsenz von Kopf und Körper in kommenden Situationen unterstützen. Der Wunsch ist, diese Auseinandersetzung auch kollektiv zu betreiben, statt die eigenen Erfahrungen nur mit mir selbst oder meinen Freund_innen zu wälzen.

Vorkenntnisse sind nicht nötig, genausowenig regelmäßige Teilnahme. Kontinuität hat der Termin und der Ort. Kommt vorbei, laßt uns schauen, was dabei jedes Mal auf Neue entsteht, und ob der Spagat zwischen Offenheit der Gruppe und Herstellen eines sicheren Raumes gelingt. Laßt es uns probieren.

Dieses Gruppe war ursprünglich als ein weiblich sozialisierter Raum gedacht, um ein safe space zu bieten. Ich habe mich jetzt aber erstmal entschieden, sie offen für alle zu halten, um dann zu schauen, was die Menschen, die da sind, brauchen und wollen. Schickt gerne im Vorfeld eure Gedanken dazu.